Hallau SH, 27. Januar 1997

Die Zollverwaltung stellt mehrere Bücher sicher, die Emil Rahm zum Zwecke des Verkaufs importieren will. Die sichergestellten Werke sind einschlägig bekannte verschwörungphantastische Werke, so „666-die Zahl des Tieres, weiter „Die kommende Diktatur der Humanität“, Band 2 und 3 von Johannes Rothkranz, vom selben Autor auch „Der Vertrag von Maastricht, Endlösung Europa“, Teil 1 und 2 und „JA zu Europa heisst NEIN zu Maastricht“. Im Februar 2000 hält das Untersuchungsrichteramt Schaffhausen in einer Verfügung zuerst fest, dass alle sichergestellten Bücher aufgrund ihrer Inhalte unter die Rassismus-Strafnorm fallen. Der Untersuchungsrichter stellt das Verfahren jedoch ein, da es sich nicht nachzuweisen lasse, dass Emil Rahm die Publikationen öffentlich zum Kauf angeboten habe. Die sichergestellten Bücher werden jedoch eingezogen und vernichtet.

Bern, 24. Januar 1997

Die Vereinigung der Bundeshausjournalisten fordert den islamistischen Holocaust-Leugner Ahmed Huber auf, in Zukunft nicht mehr in den Journalistenräumen zu arbeiten. Huber hatte Anfang Januar einen Kollegen mit holocaust-verharmlosenden Äusserungen belästigt. Huber hatte auch behauptet: «Wir Muslime sind alle Revisionisten». In seiner schriftlichen Antwort kündigt Huber an, dass er sich verstärkt «an der weltweiten Gegenaufklärung über das US-zionistische Herrschaftssystem beteiligen» werde.

Savièse VS, 16. Januar 1997

Der Kleinunternehmer Erich Hoffmann will eine Walliser SVP-Sektion gründen, muss jedoch sein Vorhaben aufgeben, nachdem rassistische Aussagen Hoffmanns bekannt worden waren. Selbst die rechtsstehende Tageszeitung «Le Nouvelliste» erachtet die Hoffmannschen Aussagen als «nicht zitierwürdig». Man wolle wegen den Zitaten nicht vor Gericht gerufen werden. Hoffmann soll unter anderem gesagt haben, Christoph Blocher plane «eine Fabrik zur Produktion einer Crème, um die Neger zu bleichen». Die SVP Schweiz bricht den Kontakt mit Hoffmann ab.

Zürich, 3. Januar 1997

Unbekannte schmieren ans Fenster des Restaurants «Schalom» Hakenkreuze.

Berneck SG, . Januar 1997

Die esoterische Zeitschrift «ZeitenSchrift», herausgegeben und redigiert von Ursula und Benjamin Seiler-Spielmann, beide Mitglieder der Universalen Kirche, veröffentlicht in einem «Sonderdruck» ein grosses Interview mit Peter Leach-Lewis, Patriarch der Universalen Kirche, in dem dieser seine antisemitischen Auslassungen wiederholt. Das Bezirksamt Unterrheintal eröffnet ein Verfahren wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm.

Regensdorf ZH, . Januar 1997

Der Holocaust-Leugner Andres J. Studer kündigt in einem Brief an verschiedene Redaktionen wieder einmal die Gründung einer Organisation an: «Front der Antizionisten der Schweiz (FAZIS)». In der ersten von zwanzig Thesen eines «Antizionistischen Manifestes zum Schutz der Schweiz vor Verleumdern und Erpressern sowie zur Verteidigung des Christentums» schreibt Studer: «Da sind sie, die Heuchler und Halunken, die uns moralisch erpressen wollen, dieweil sie selber am beklagten Leid schuldig sind: sie haben Hitler ebenso finanziert wie seinerzeit Trotzki, Lenin und Stalin, haben mit der SS kollaboriert und ihresgleichen skrupellos geopfert, wofür sie jetzt noch Entschädigung wollen. »

Tuttwil TG/St. Gallen, . Januar 1997

Die «Ostschweiz Druck und Verlag AG» lehnt es ab, die Nachrichten des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) zu drucken. Emil Dähler, Direktor der «Ostschweiz»: «Eine Durchsicht des Inhalts hat ergeben, dass ein Grossteil der Texte penetrant antisemitisch gefärbt ist.»

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